Stockers Kapitalmarkt-Wende ist richtig – die Details sind entscheidend

Zukunftsdepot und Staatsfonds sind wichtige Signale für eine neue Anlagekultur – IVA fordert einfache Regeln, professionelle Governance und eine generelle steuerliche Behaltefrist.

Der IVA begrüßt die von Bundeskanzler Christian Stocker vorgestellten Überlegungen zu einem steuerbegünstigten Zukunftsdepot für junge Menschen und einem kapitalgedeckten Zukunftsfonds. Aus Sicht der Anleger markieren beide Vorschläge einen bemerkenswerten Paradigmenwechsel: Der Kapitalmarkt wird nicht länger als Problem, sondern als Teil der Lösung für Vermögensbildung und Altersvorsorge verstanden.

Dass der Bundeskanzler öffentlich über langfristiges Investieren, Kapitalmarktrenditen und Vermögensaufbau spricht, ist eine gute Nachricht. Österreich hat jahrzehntelang das Sparen gefördert und das Investieren steuerlich bestraft. Diese Diskussion dreht sich jetzt endlich in die richtige Richtung“, erklärt IVA-Vorstand Florian Beckermann.

Positiv ist die Idee eines steuer-, spesen- und gebührenfreien Zukunftsdepots. Junge Menschen frühzeitig an langfristiges Investieren heranzuführen, kann finanzielle Bildung mit realer Vermögensbildung verbinden.

Allerdings warnt der IVA davor, eine neue steuerliche Insellösung zu schaffen und am 18. Geburtstag abrupt enden zu lassen. Der IVA fordert deshalb, das Zukunftsdepot mit einer generellen KESt-befreienden Behaltefrist für langfristige Wertpapierinvestments zu verbinden. Wer über Jahre Kapital zur Verfügung stellt, Verantwortung für seine eigene Vorsorge übernimmt und unternehmerisches Risiko trägt, sollte steuerlich besser behandelt werden als kurzfristige Spekulation.

Das Depot müsse zudem einfach, transparent und produktneutral ausgestaltet werden. Anleger sollten aus kostengünstigen Fonds und ETFs sowie geeigneten Aktien und anderen breit diversifizierten Kapitalmarktinstrumenten wählen können.

Staatsfonds: Konstruktion wichtig

Auch die Diskussion über einen kapitalgedeckten Zukunftsfonds hält der IVA grundsätzlich für richtig. Dass ein Teil des staatlichen Vermögens langfristig investiert wird, anstatt Erträge vollständig im laufenden Budget zu konsumieren, entspricht dem Gedanken generationenübergreifender Vermögensbildung. Entscheidend ist allerdings die Konstruktion, die maximale Unabhängigkeit, Transparenz und professionelle Governance – nach skandinavischem Vorbild – beinhalten sollte. Der IVA empfiehlt deshalb eine gesetzlich klar definierte Investmentstrategie, nachvollziehbare Rendite- und Risikoziele, unabhängige Anlageentscheidungen sowie eine laufende Performance-Messung.