Addiko: Der höchste Preis gewinnt nicht automatisch
Die Übernahmeschlacht um die Addiko Bank AG war die vergangenen Wochen das prägendste Anlegerereignis. NLB bot 37 Euro je Aktie, RBI 26,50 Euro. Dennoch meldete RBI am 24. Juli 2026 Annahmen für 55,58% der erfassten Aktien und überschritt damit ihre Mindestschwelle. Der Ablauf der Widerspruchsfrist änderte an diesem Ergebnis nichts. Beide Angebote laufen formal bis heute, 29. Juli 2026. NLB wird demnach am selbst gesteckten Ziel von 50% Annahmequote scheitern. Anleger können weiter in der Nachfrist (voraussichtlich bis zum 3. November 2026) entscheiden das Angebot der RBI anzunehmen oder die Aktie zu behalten. Der Fall zeigt: Frühzeitige Paketbindungen bei RBI haben ein deutlich besseres Gegenangebot der NLB zum Scheitern bringen können. Der IVA wird den Fall weiter beobachten.
RBI: STRABAG-Aktien werden zum österreichischen Milliardenprozess
RBI und ihre russische Tochter haben einen juristischen Schritt gegen Rasperia in Österreich gesetzt. Sie klagen auf rund 3,15 Milliarden Euro Schadenersatz und auf eingefrorene Vermögenswerte, darunter 28,5 Millionen STRABAG-Aktien. Dieses Vorgehen eröffnet eine Rückgewinnungschance. Nach verschiedenen, von Rasperia angestrengten Prozessen in Russland war mehrfach mit einer „Gegenforderung“ in Österreich gerechnet worden. Diese wird nun eingebracht.
KESt-Behaltefrist: Aus der Ankündigung muss ein Modell werden
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer haben die Rückkehr der KESt-befreienden Behaltefrist wieder in Diskussion gebracht. Nun braucht es ein einfaches, kostengünstiges und produktneutrales Modell für Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs und Sparer. Wer langfristig vorsorgt und Unternehmen Kapital zur Verfügung stellt, sollte steuerlich besser behandelt werden. Der IVA hält an der Forderung nach einer KESt-befreienden Behaltefrist nach dem bereits bekannten Modell von vor 2011 fest.
Positive HV Saison des IVA – Wiener Börse mit Rekorden
Kurz vor Ende der Hauptversammlungssaison zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Allein im ATX wurde die IVA-Stimmrechtsvertretung von 25% mehr Aktionären genutzt, auch das Volumen in Aktien stieg wieder deutlich. Der Trend zu einer Vertretung von jährlich durchschnittlich 20-25% aller Aktionäre verfestigt sich. Im Herbst wird der IVA endgültige Zahlen veröffentlichen. Im ersten Halbjahr erreichten die Aktienumsätze an der Wiener Börse 53,39 Milliarden Euro – den höchsten Halbjahreswert seit 2008. Der ATX inklusive Dividenden legte bis Ende Juni um 24,86% zu, drei neue Listings kamen hinzu.
Marinomed: Zweites Sanierungsverfahren als Warnsignal
Marinomed beantragte am 22. Juli 2026 erneut ein gerichtliches Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, nachdem bereits im August 2024 ein solches Verfahren eröffnet worden war. Zusätzlich kündigte der Market Maker. Es herrscht geringere Liquidität. Der neuerliche Sanierungsfall wirft Fragen zur Tragfähigkeit der bisherigen Restrukturierung und zur Finanzierung auf.
Kapsch TrafficCom: Standstill mit Gläubigern vereinbart
Die Gesellschaft hat mit ihren wesentlichen Finanzgläubigern eine Standstill-Vereinbarung sowie eine umfassende Restrukturierung mit Laufzeit bis zum 31. März 2028 abgeschlossen. Es wurde die Aussetzung laufender Tilgungen bis dahin vereinbart. Die im Rahmen der Restrukturierung vereinbarten Rückzahlungen sollen aus überschüssigen liquiden Mitteln (Cash Sweep), aus außerordentlichen Zuflüssen, sowie dem Verzicht auf Dividendenausschüttungen geleistet werden. Die Dividendenpolitik der Gesellschaft bleibt daher weiter ausgesetzt. Ein neuer Finanzvorstand wird bestellt.
Umfrage für Masterarbeit: CEO-Kommunikation börsennotierter Unternehmen
Regelmäßig unterstützt der IVA börsenrelevante, wissenschaftliche Abschlussarbeiten. Wir bitten um Teilnahme an der unten genannten Umfrage um eine belastbare Datenbasis zu erlangen, vielen Dank! Link: https://www.umfrageonline.com/c/hnebq77h
