Im Milliardenpoker zwischen der Constantia Privatbank (CPB), Immofinanz-Gruppe, dem Investor Rudolf Fries und der Constantia B.V. von Christine de Castelbajac wurde nun eine Einigung erzielt. Das berichtet das Magazin FORMAT unter Berufung auf eine Information, die Rechtsanwalt Markus Fellner an jenes Bankenkonsortium sandte, das die CPB 2008 für einen Euro übernehmen musste. Es geht dabei um den Kern des Skandals rund um die Immofinanz. Es geht um die enormen Verluste, die der frühere CPB-Boss Karl Petrikovics aus Aktienspekulationen hinterlassen hat. Die Constantia B.V. musste gegenüber der Immoeast (von der das Geld ohneWissen der Anleger stammte) eine Haftung über 512 Millionen übernehmen. Rudolf Fries, der Petrikovics einen Teil Aktien abgenommen hatte, bekam eine Put-Option über rund 420 Millionen. Beide Verpflichtungen wollte die Constantia B.V. jedoch anfechten.
Laut FORMAT ist nun ein außergerichtlicher Vergleich unterschriftsreif, den Banken-Anwalt Fellner verhandelte. Die Vereinbarung im Detail: Die Immoeast erhält 170 Millionen Cash von Christine de Castelbajac. Die Banken schießen der Constantia B.V. das Geld vor, der Kredit wird aus dem Verkauf von 30 Prozent des Verpackungskonzerns Constantia Packaging zurückgezahlt. Weiters werden der Immoeast 36,3 Millionen eigene Aktien übertragen (Wert: aktuell 27 Millionen Euro). Und schließlich bekommt eine Beteiligung am Laborunternehmen Futurelab (Wert: 50 bis 60 Millionen sowie sogenannte Leintuchgesellschaften für rund 40 Millionen Euro. In Letzteren befinden sich Immobilien, die Petrikovics als Steuer sparende Bauherrenmodelle aufgelegt hat.
Die Differenz zu den 512 Millionen beträgt laut dem FORMAT-Bericht für die Immoeast-Anleger rund 220 Millionen Dafür bekommen sie die Managementverträge für Immofinanz und Immoeast von der Constantia Bank für einen niedrigen zweistelligen. Noch im Oktober 2008 wollte die CPB dafür 340 Millionen.
Die Fries-Gruppe verzichtet laut FORMAT auf ihre Put-Option. Sie behält ihre 56 Millionen Immofinanz-Aktien, deren innerer Wert mit 170 Millionen beziffert wird (derzeit liegen sie allerdings nur bei knapp 40 Millionen). Und die Gruppe bekommt 20 Prozent der Constantia Packaging: Dieses Paket taxiert Fries auf 160 Millionen. Mit der Constantia B.V. schließt der Investor einen Syndikatsvertrag ab. Bis Ende März soll der gesamte Vergleich auch formal über die Bühne gehen.
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