AWD: Sammelklage

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) entscheidet Anfang nächster Woche, wer als Prozessfinanzierer für die geplanten Sammelklagen gegen den Finanzdienstleister AWD engagiert wird. "Die 4500 Geschädigten, die sich bei uns gemeldet haben, könen dann bis Ende März bekanntgeben, ob sie sich einem Verfahren anschließen wollen" , sagte VKI-Rechtsexperte Peter Kolba dem Standard. Durch angebliche Falschberatung des AWD bei Investments in Immofinanz-Aktien sei in den beim VKI gemeldeten Fällen ein Schaden von über 45 Millionen Euro entstanden.

Bei den VKI-Klagen sollen ähnliche Sachverhalte kombiniert und dann "Schritt für Schritt" eingeklagt werden. Die erste Sammelklage mit etwa 100 Leuten erwartet Kolba für Mai oder Juni.
Auch der Prozessfinanzierer Advofin bereitet derzeit Sammelklagen gegen den AWD, Immofinanz und Immoeast vor. Bisher haben sich laut Advofin-Vorstand Franz Kallinger 3600 Geschädigte gemeldet. Während der VKI nur gegen den AWD vorgehen wird, werde Advofin auch die Immobiliengesellschaften klagen. "Wir stellen das breiter auf, weil wir beim AWD ein Insolvenzrisiko sehen" , sagte Kallinger. Die Klagen würden bereits vorbereitet, Geschädigte können sich aber weiterhin melden.

DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.2.2008

 
Autor: Der Standard
Datum: 05.02.2009
 
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