Immofinanz-Ergebnis rutscht in den Keller

Bei der Immofinanz AG ist das geplante Ergebnis im ersten Quartal 2008/09 massiv eingebrochen. Die Rede ist von einem Minus im Ausmaß von 190,7 Millionen Euro.

Investitionsbremse als Ursache

Für den massiven Verlust im operativen Geschäft seien Abwertungen bei der Immoeast verantwortlich, hieß es am Donnerstag von Seiten des Unternehmens. Zuletzt wurden Entwicklungsprojekte innerhalb des Konzerns gekürzt und Immobilien im Umfang von rund 800 Mio. Euro zum Verkauf gestellt. Insgesamt würden die Mieteinnahmen um 18,8 Prozent auf 137,1 Mio. Euro steigen, der Verkehrswert des Immobilienvermögens ginge aber im Jahresvergleich leicht zurück, hieß es.

Verkauf beschleunigen?

Bei einer weiteren Verschlechterung der Lage könnte die Immofinanz auf den Finanzmärkten ihr Verkaufsprogramm "beschleunigen oder erweitern", erklärte das Unternehmen weiter. Immofinanz habe "genug Handlungsspielraum, um auf die geänderte Marktlage zu reagieren", im Zuge des seit längerem laufenden Verkaufsprogramms "wurden für zahlreiche weitere Objekte aus dem Immofinanz- bzw. dem Immoeast-Portfolio Vorbereitungen für einen Verkauf getroffen".

Aktionäre beschlossen Dividende

Die Aktionäre beschlossen am Dienstag in der Hauptversammlung (HV) die angekündigte Dividende von 0,40 Euro. Diese wird allerdings in zwei Raten (Ende Oktober 2008 und Ende April 2009) ausbezahlt. Immofinanz-Chef Karl Petrikovics bezeichnete dies auf der Aktionärsversammlung als "Kompromiss" zwischen sofortiger, gänzlicher Ausschüttung und dem Streichen der Dividende.

Verkaufserlöse sollen Reserven stärken

Wie seit vergangenem Freitag bekannt, hat die Immofinanzgruppe die sogenannte Projektpipeline ihrer Ost-Tochter halbiert und stellt in Ost und West Immobilien im Wert von rund 800 Mio. Euro zum Verkauf. Schwerpunkt des vorläufigen Baustopps soll Rumänien sein.

Die Unternehmensstrategie werde der neuen Marktsituation angepasst, "die Erlöse aus den Verkäufen werden in der Regel nicht wieder reinvestiert, sondern in erster Linie zur Stärkung der Liquiditätsreserven verwendet", sagt die Immofinanz. Verschiebung der Projekte hat angeblich keine Auswirkung auf Buchwerte.

"Wir haben zeitgerecht reagiert"

"Aus heutiger Sicht besteht keinerlei Anlass für irgendeinen Zweifel, dass die Immofinanz und die Immoeast ihr laufendes Geschäft und die weiter betriebenen Entwicklungsprojekte auch planmäßig finanzieren können wird", erklärte Petrikovics am Donnerstag erneut. "Wir müssen mit einem extrem schwierigen Umfeld leben, aber wir haben zeitgerecht und konsequent darauf reagiert."

Die Verschiebung der Entwicklungsprojekte auf bessere Zeiten wird negative Auswirkungen auf den sogenannten Net Asset Value (NAV), nicht aber auf die Buchwerte haben, erinnert die Immofinanz am Donnerstag.

Immoeast hofft auf höhere Mieten

Für das nächste Geschäftsjahr (2009/10) erwartet die Gruppe aus der laufenden "Internalisierung des Managements" (Kauf der eigenen Managementgesellschaften) eine Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 80 Mio. bis 100 Mio. Euro.

Speziell die Immoeast hofft auf eine Steigerung der Mieten. Diese könnte den höher werdenden Rendite-Erwartungen in Osteuropa entgegenwirken und die zuletzt sinkenden Immobilienwerte stabilisieren, hatte Petrikovics bei der Hauptversammlung erklärt.

 
Autor: orf.at
Datum: 25.09.2008
 
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