Die ÖVP soll sich auf einen neuen ÖIAG-Chef verständigt haben: den steirischen Ex-Landesrat Herbert Paierl (ÖVP). Ein Gerücht aus Politikerkreisen, das nun Wilhelm Rasinger vor den Vorhang lockt. Und zwar nicht in seiner Eigenschaft als Anlegervertreter, sondern als Interessent für den Job in der Verstaatlichtenholding. Der 64-Jährige bestätigt auf Anfrage des STANDARD, dass er sich für den Posten beworben hat; allerdings habe er bis dato weder eine Einladung zu einem Gespräch noch eine Absage bekommen. Was er "ungewöhnlich" findet, "aber vielleicht ist das auf die Urlaubszeit zurückzuführen".
Betriebswirt und Unternehmensberater Rasinger ist seit 1999 Vorsitzender des Interessenverbandes für Anleger (IVA); zudem sitzt er im Aufsichtsrat von Erste Group, Wienerberger und S Immo AG, die allesamt an der Börse notieren. Die Unternehmen, an denen die ÖIAG beteiligt ist (u. a. OMV, Telekom Austria, Post) und ihre Manager kenne er seit langem "aus kritisch-konstruktiver Sicht gut", begründet er seine Bewerbung. Und: "Ich könnte da nicht zuletzt aufgrund meiner Kapitalmarktkenntnisse einiges einbringen." Seinen Job als Anlegervertreter übrigens würde er, im Fall des Falles, zurücklegen.
(DER STANDARD, 18./19.8.2012)