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América Móvil will drei Top-Positionen in der Telekom Austria | Spanisch lernt man bei der Telekom Austria (TA) noch nicht. Wobei Vorstandschef Hannes Ametsreiter vielleicht gut daran tun würde, seine vorhandenen Spanischkenntnisse im Sommer noch aufzufrischen. Der Telekom Austria steht ein heißer „Mexikanischer Herbst" bevor.
Der neue Großaktionär América Móvil aus Mexiko will so rasch wie möglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um seinen Einfluss im operativen Geschäft sowie im Aufsichtsrat zu sichern, heißt es in sehr gut informierten Kreisen.
Drei neue Köpfe
América Móvil avanciert mit rund 25 Prozent hinter der Staatsholding ÖIAG (28,42 Prozent) zum zweitgrößten Aktionär der Telekom Austria. Mit mindestens zwei eigenen Vertrauenspersonen wollen die Mexikaner ihren Einfluss zementieren. Neben Ronny Pecik soll ein weiterer Vertrauensmann im Telekom-Aufsichtsrat installiert werden, bestätigen Insider. Die TA wollte sich dazu nicht konkret äußern. Am Dienstag hatten jedoch erste Gespräche mit dem neuen Investor in Wien stattgefunden.
Die Mexikaner wollen außerdem einen dritten Vorstand neben Hannes Ametsreiter und Hans Tschuden nominieren. Damit soll gleichzeitig auch der Durchgriff in das operative Geschäft möglich werden. Diese Frage sei in den Vorgesprächen, die diese Woche geführt wurden, noch nicht konkret zur Sprache gekommen.
¡Bienvenidos Mexicanos!
Bei der Telekom Austria hält man sich noch bedeckt. Insidern zufolge sei die Telekom aber sehr offen für die Pläne der Mexikaner. „Das Fachwissen von Herrn Von Hauske Solis ist sehr willkommen", sagt eine Person, die im Naheverhältnis zur Telekom-Geschäftsführung steht. Oscar Von Hauske Solis verantwortet für den Milliardär Carlos Slim die internationalen Beteiligungen von América Móvil.
Ablaufdatum für Pecik
Kleinanleger-Vertreter Wilhelm Rasinger hält eine außerordentliche Hauptversammlung für Oktober schon für möglich. „Es ist nur verständlich, dass América Móvil einen weiteren Aufsichtsrat bestimmt", sagt Rasinger im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt. „Und Pecik hat ein natürliches Ablaufdatum, spätestens in zwei Jahren."
Investor Pecik wird laut Rasinger spätestens in zwei Jahren aus dem Aufsichtsrat der Telekom ausscheiden. "América Móvil wird bestimmt auch den Platz von Pecik mit einem eigenen Mann besetzen", ist Rasinger überzeugt. Damit hätten die Mexikaner insgesamt drei Schlüsselpositionen in der Telekom unter ihrer Kontrolle.
Geduldsprobe
Allerdings müssen sich die Mexikaner noch gedulden. Die außerordentliche Hauptversammlung soll auch mit der Verabschiedung von ÖIAG-Chef Markus Beyrer und der Bestellung seines Nachfolgers verknüpft werden. Wie berichtet wird Beyrer bis Jahresende die ÖIAG verlassen. In informierten Kreisen geht man bereits davon aus, dass ÖIAG-Chef Markus Beyrer schon bis Ende September, spätestens bis Ende Oktober den Sessel für seinen noch nicht bestellten Nachfolger räumen könnte.
HV-Termin Ende November
Der neue ÖIAG-Chef, der gleichzeitig TA-Aufsichtsratsvorsitzender werden soll, wird gleichzeitig mit dem neuen Aufsichtsrat der Mexikaner präsentiert werden. Für die Einberufung der außerordentlichen Hauptversammlung sind laut Aktiengesetz rund fünf Prozent des stimmberechtigten Aktienkapitals notwendig.
„Bis dato ist keine außerordentliche Hauptversammlung der Telekom Austria einberufen worden", so ÖIAG-Sprecher Bernhard Nagiller. Angaben zu möglichen Inhalten oder Terminen könne man daher nicht machen. Zur Suche nach dem Beyrer-Nachfolger wollte sich die ÖIAG nicht äußern.
Nachdem der Beyrer-Nachfolger gekürt ist, könnte die Aktionärsversammlung für Ende November einberufen werden, meint ein anderer Insider.
Kontrolle durch die Wettbewerbsbehörde
Die Wettbewerbskommission wird dem Treiben der beiden Großaktionäre jedoch genau auf die Finger schauen. Falls die beiden Großaktionäre „zu munter ihr Verhalten abstimmen", könnte ein Übernahmeangebot fällig werden. | | | Autor: Wirtschaftsblatt Datum: 13.07.2012 | | |
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