Rasinger zu Unternehmensanleihen

Viele Anleger freuen sich über die Möglichkeit zur kurzfristigen Veranlagung zu einem Zinssatz von etwa 4 bis 6 Prozent in zumeist soliden Unternehmen. Auf einem Sparbuch wird diese Rendite nicht erreicht. Wenn allerdings in den nächsten Jahren wirtschaftlich einiges schief laufen sollte, könnte es sein, dass für diese Veranlagung ein zu hohes Risiko in Kauf genommen wird. Eines ist sicher: einen Inflationsschutz gibt es nicht.
Die Unternehmen greifen derzeit mit spürbarer Begeisterung auf dieses Finanzinstrument zu, obwohl die derzeitigen Kreditkonditionen oft darunter liegen.
Vorteile: ein fixer Zinssatz über eine längere Dauer, mehr Unabhängigkeit von den derzeit sehr nervösen, teilweise übervorsichtigen Banken, positives Image auf dem Kapitalmarkt, kein Einfluss der Investoren auf die Geschäftsgebarung.
Nachteile: höhere Kosten, die sich noch erhöhen, weil das aufgenommene Kapital nicht sofort zur Gänze renditeträchtig eingesetzt werden kann, wodurch eine zeitweise Zwischenveranlagung zu wesentlich niedrigeren Zinsen notwendig wird. Ausserdem: Jede Anleihe muss in der Regel auf einmal am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden. Dies hat zur Folge dass bereits rund ein halbes Jahr vor der Fälligkeit die notwendigen Mittel für die Tilgung bereitgestellt werden müssen. Es ist auch unsicher, wie sich dann die Konditionen für weitere Finanzierungen auf dem Kapitalmarkt darstellen.
Aus Sicht der Unternehmen gibt es nichts Besseres als langfristiges, nicht rückzahlbares Eigenkapital. Aber derzeit ist es zweifelhaft, ob größere Summen durch Aktienausgabe platziert werden können. Unternehmensanleihen sind daher in den meisten Fällen nur ein zweitbeste Lösung.

 
Autor: Mag. Dan Berger
Datum: 04.07.2012
 
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