Rasinger zu Bank Austria: Vom Regen in die Traufe

Nach den Eroberungsfeldzügen von UniCredit-Chef Alessandro Profumo stehen seine Nachfolger de facto vor einem Fiasko: Die UniCredit-Aktie hat von Ihren Höchstkursen im Jahr 2007 über 95 Prozent (!) an Wert verloren. Zu Diskontpreisen wird jetzt eine Mega-Kapitalerhöhung durchgeführt, um das Überleben zu sichern. Die expansionssüchtigen Italiener einverleibten sich über die HVB auch die Bank Austria, ein Zusammenschluss der Großbanken Creditanstalt-Bankverein, Länderbank und Zentralsparkasse. Die Anleger, die den Aussagen diverses Manager (allen voran Dkfm. Gerhard  Randa) und Experten vertrauten, haben mehr verloren als die gutgläubigen Anteilseigner von Meinl European Land, die „nur“ etwas über 80 Prozent „ablegten“.

Wiener Städtische-Generaldirektor Geyer tat damals das einzig Richtige, er löste gegen große Wiederstände die starke Bindung zur Bank Austria mit schmerzhaften Verlusten auf und vermied damit noch höhere Verluste. Diese exorbitanten Verluste realisierte indes der ehemalige Hauptaktionär, die Stadt Wien über die AVZ-Stiftung. Wie der Märchenfigur  „Hans im Glück“, dem nach mehreren Tauschgeschäfte von einem Klumpen Gold nur mehr ein Stein blieb, verzockten auch die verantwortlichen Politiker, nämlich Bürgermeister Häupl und sein Vize Görg sowie etliche Managern viel Steuerzahler-Geld. Nach der kurzen Renaissance der Bank Austria-Aktie an der Wiener Börse waren alle diejenigen Aktionäre gut gefahren, die das Tauschangebot  20 UniCreditaktien (durch Zusammenlegung 10:1 heute nur mehr 2:1) nicht angenommen haben, sondern sich mit 129,40 bar abfinden ließen. Bei Annahme des Tausches hätten sie jetzt nur mehr 2 UniCredit-Aktien zu einem Wert von ca 5 EURO in Händen.

Bei allen Transaktionen gab es auch Gewinner: Investmentbanken, Berater und einige Spitzenmanager strichen Honorare und Fees in Milliardenhöhe ein, die Rechnung zahlt letztendlich über mehrere Umwege Staatsbürger und Anleger. Daher darf es nicht wundern, dass viele Menschen in Italien, Deutschland aber auch in Österreich auf diese Entwicklung mehr als „angefressen“ sind und ihren Ärger durch immere stärker werdende Protesthandlungen zum Ausdruck bringen.   

Datum: 14.01.2012 Autor: Dr. Wilhelm Rasinger

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