Der "Bad Bank" Constantia Privatbank (CPB) ist kürzlich eine 25-seitige Klage einer Anlegerin aus Wien ins Haus geflattert, die mit heftigen Vorwürfen gespickt ist.
Die sich geschädigt fühlende Investorin, vertreten von Anwalt Wolfgang Haslinger, fordert "Schadenersatz wegen mangelnder Beratung und Risiko- Aufklärung in Sachen Immofinanz- und Immoeast-Veranlagungen". Insgesamt fordert die Pensionistin rund 940.500 € zurück
Aber der Reihe nach: Frau P. hatte auf Depots bei der CPB ihre Vermögenswerte und die ihres verstorbenen Mannes gebunkert, um ihre persönliche Zukunft abzusichern. Laut Klage wurde sie dabei von CPB-Mitarbeitern beraten.
Schon zuvor soll das Ehepaar mehrmals den Wunsch geäußert haben, das gesamte Portfolio zu verkaufen und in festverzinste Sparbücher zu transferieren. Das soll man ihnen "förmlich ausgeredet haben".
Kein Wertabsturz
Mehr noch: Zwar sollen später Fonds verkauft worden sein, aber Immofinanz- und Immoeast-Aktien wurden behalten. Dabei soll versichert worden sein, dass "es nie zu einem Absturz des Portfoliowertes kommen könne", heißt es in der Klage.
Zugleich soll mit dem CPBBerater abgemacht worden sein, dass bei einem Depotwert- Absinken auf eine Million € die Notbremse gezogen und sämtliche Wertpapiere verkauft werden. Über die Möglichkeit des Setzens von Stop-Loss-Orders soll die Anlegerin aber nicht informiert worden sein. "Im Nachhinein stellte sich heraus, dass weder die zugesagte ständige Beobachtung der Wertentwicklung des Depots erfolgte, noch erfolgte eine Information an die Anlegerin nach dem Durchbrechen der Eine-Million-€- Wert-Grenze", schreibt Haslinger auf Seite 15 der Klage. Aber schon Mitte Juli 2007 sei die Millionen-€-Latte unterschritten worden. "Die Bank wäre ab diesem Zeitpunkt verpflichtet gewesen, sämtliche Aktien von Immofinanz und Immoeast zum nächstmöglichen Kurs zu verkaufen", heißt es in der Klage weiter. Demnach hätten mit einem Verkauf der Aktien im Sommer beziehungsweise Herbst 2007 rund 1,096 Millionen € lukriert werden können. Mitte Oktober 2009 betrug die kritische Masse des Portfolios nur noch 335.000 €. Die Bank hat jetzt vier Wochen Zeit, die Klage zu beantworten.
Wie aus ähnlichen Verfahren gegen die CPB hervorgeht, werden die Vorwürfe in der Regel bestritten.
Wirtschaftsblatt, 1.3.2010
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