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AUA von der Börse genommen, Kleinanleger protestieren weiter | Eine erfolgreiche Klage der Kleinanleger könnte für den Übernehmer Lufthansa noch sehr teuer werden. Die AUA droht für die Deutschen zur Dauerbaustelle zu werden.
Das Delisting der Aktien der Austrian Airlines von der Wiener Börse hat die noch verbliebenen Kleinanleger am Donnerstag morgen auf dem falschen Fuß erwischt. Die Lufthansa hat gestern die amtliche Abspaltungseintragung ("Squeeze-out"), wie sie in der Hauptversammlung am 16. Dezember als Beschluss gefasst wurde, im Firmenbuchgericht veranlasst. Erst wurden die AUA-Papiere vom Handel ausgesetzt. Kurz danach kam die Mitteilung, dass die AUA-Aktie von der Börse genommen wird. 4,6 Prozent der Austrian-Aktien befinden sich noch immer in Händen von Anlegern.
Die verbleibenden Aktionäre wollen sich dennoch dem Druck der Lufthansa nicht beugen. Es geht darum, dass die Kleinanleger mit dem Abfindungsangebot der Lufthansa nicht einverstanden sind. 4,49 € pro Aktie hatte die Lufthansa bis zum 11. Mai 2009 geboten. Denen, die das Angebot verstreichen ließen, bot der neue Mehrheits eigentümer zuletzt nur noch 50 Cent pro Papier. Wilhelm Rasinger vom Interessensverband der Kleinanleger (IVA) wird eine Überprüfung beantragen. Rasinger will aber "im Vergleichsweg in die Nähe von 4,49 € kommen".
Klage bleibt aufrecht
Ungeachtet vom Abschied am Börsenparkett bleibt die 225 Seiten starke Anfechtungsklage beim Handelsgericht Wien aufrecht. Der Investor Rupert Heinrich Staller erklärt dem WirtschaftBlatt, dass er davon ausgeht, dass die Klage bis zum Obersten Gerichtshof gehen wird: "Falls die AUA verliert, wird es richtig teuer für die Lufthansa."
Teures Alpenrodeo
Das Engagement könnte für die Lufthansa zum Bumerang werden. Sollten die Deutschen die Klage verlieren, drohe laut Staller eine Rückabwicklung mit Kosten in dreistelliger Millionenhöhe - zusätzlich zur Finanzspritze von 300 Millionen €, die die Lufthansa nun nach dem Squeeze-out in die AUA pumpen muss.
Eine weitere Baustelle sind lukrative Destinationen in Russland. "Das Verkehrsministerium verhandelt derzeit mit den russischen Behörden", sagt AUA-Sprecher Michael Braun. Die AUA soll als Lufthansa-Tochter ab dem Sommerflugplan (Ende März bis Ende Oktober) keine Anflugrechte mehr unter anderem für Moskau bekommen.
Die jeweils mit rund 1,8 Millionen € Verlust bringenden Strecken nach Graz, Klagenfurt und Linz will die AUA nicht unter allen Umständen erhalten. Braun: "Wir erarbeiten nun ein Zukunfts konzept für die Strecken."
| | | Autor: Mag. Dan Berger Datum: 06.02.2010 | | |
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