Vergleich zwischen Meinl und Rebellen verzögert sich



Die Auflösung der früheren Meinl-Gesellschaften AI und PI wird ein halbes Jahr länger dauern als geplant. Umstritten ist vor allem die Airport-Beteiligung Parma

Anleger von Airports International (AI) und Power International (PI) müssen sich weiter gedulden. Aus der ursprünglich bis Ende 2009 geplanten Auflösung der beiden fondsähnlichen Gesellschaften ist nichts geworden. Und laut Insidern scheint auch das erste Quartal 2010 als Zeitraum für die endgültige Abwicklung nicht mehr fix. Neue informelle Deadline ist Ende Juni 2010. Das sollte sich ausgehen, ist aus involvierten Kreisen zu hören. Wenngleich auch dabei noch ein Restrisiko bestehe.

Knackpunkt ist dem Vernehmen nach ein - wenn auch großes - Einzelproblem beim Vergleich zwischen dem Management von AI und PI einerseits sowie der Meinl Bank andererseits. Wie berichtet ist die Bank grundsätzlich bereit, einen Betrag von 20 bis 30 Millionen € im Gegenzug für die Übernahme der noch vorhandenen Airport-Beteiligungen zu zahlen.

100 Millionen €

Bei einem Projekt spießt es sich allerdings gewaltig, dem 70-Prozent-Anteil am italienischen Regionalflughafen Parma. Das noch unter der Meinl Bank agierende Management hat am Aeoroporto Guiseppe Verdi eine Investitionszusage von rund 100 Millionen € hinterlassen. Dieser Betrag findet sich nun als Rückstellung in der AI-Bilanz. Die Summe kann solange nicht an die Anleger ausgeschüttet werden, bis jemand anderer die Beteiligung übernimmt. Dann wäre AI nämlich das Investitionsrisiko los. Problem dabei: Den Miteigentümern am Flughafen Parma fehlt allerdings das Vertrauen in die Meinl Bank. Laut regionalen Medienberichten ist der einst über den Einstieg der Österreicher hocherfreute Bürgermeister Pietro Vignali fieberhaft auf der Suche nach Alternativen zur Meinl Bank. Kein Wunder: Vom einst hochtrabenden Business-Plan, in den kommenden 20 Jahren fast 300 Millionen € zu investieren, ist kaum noch etwas übrig. Nach Ansicht von Vignali und dem AI-Board zählen die bisherigen Miteigentümer - Stadt Parma, Handelskammer Parma und die lokale Industriellenvereinigung - zu den logischen Käufern der Beteiligung. Der Buchwert des Anteils liegt nach zwei Abwertungsrunden bei rund der Hälfte des Kaufpreises und beträgt etwas mehr als zwölf Millionen €.

Hoffnung gibt es dennoch. Alle Beteiligten beteuern gegenüber dem WirtschaftsBlatt, weiterverhandeln zu wollen. Dass sich trotz aller Zores eine Lösung abzeichnet, zeigen die jüngsten Aussendungen von AI und PI. Demnach wurde etwa beim Airport-Fonds kürzlich die Mindestsumme der noch möglichen Auszahlungen um 50 Cent auf 1,05 € je Anteil nach oben revidiert.

Wirtschaftsblatt, 7.1.2010

 
Autor: Wirtschaftsblatt
Datum: 07.01.2010
 
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