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Rasinger: Scharfe Kritik an dem geheimen Immo-Deal Kochs |
Die Umstände des Verkaufs eines 5732 Quadratmeter großen Seegrunds der Hypo Alpe Adria-Tochter KHBAG an Kika-Boss Herbert Koch werden immer fragwürdiger.
Der Exklusivbericht des WirtschaftsBlatts vom Dienstag über den Kauf einer außergewöhnlichen Hypo Alpe Adria-Liegenschaft am Wörthersee durch den Ex-Aufsichtsratschef der Kärntner Bank, Kika/Leiner-Boss Herbert Koch, hat einen Riesenwirbel ausgelöst. Nicht nur die Opposition in Kärnten verurteilt den unbemerkt von der Öffentlichkeit abgewickelten Deal scharf und fordert umfassende Aufklärung, wie dieser zustande gekommen ist: "Die näheren Umstände des Verkaufs und auch die Preisgestaltung sind unbedingt zu untersuchen", kritisiert der Chef der Kärntner Grünen, Rolf Holub. Kärntens SPÖ-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Reinhart Rohr ortet im Verkauf des Seegrunds durch die Hypo-Tochter KHBAG an Koch beziehungsweise dessen Frau Friederike "einen weiteren Insiderdeal im altbewährten Hypo Alpe Adria-System". Dieser sei daher unbedingt zu überprüfen, so Rohr.
Neue Details
Wie berichtet hat die Familie Koch kurz vor Jahresende ein 5732 Quadratmter großes Seegrundstück, das unmittelbar an die schon vorhandene 4819 Quadratmeter große Koch-Liegenschaft grenzt, erworben. Der Verkaufspreis für die sogenannte Seevilla betrug rund sieben Millionen €, was laut Wörthersee-Kennern deutlich unter Marktwert ist. So zahlte etwas der Waffenproduzent Gaston Glock für einen nahe gelegenen Seegrund mehr als zehn Millionen €. Holub: "Für solche Liebhaber-Objekte am Wörthersee werden bis zu 5000 € pro Quadratmeter bezahlt." Und die Seevilla sei das letzte private zu erwerbende Seegrundstück gewesen.
Koch selbst bezeichnete die Höhe des Kaufpreises gegenüber dem WirtschaftsBlatt zwar als "Privatsache", aber als "vollkommen korrekt". Er kann auch "keine schiefe Optik" aufgrund seiner engen Kontakte zur Hypo erkennen.
Er weist zudem Aussagen gut informierter Kreise zurück, wonach er sich um die Seerealität intensiv bemüht habe. Koch: "Die KHBAG wollte verkaufen und ist an mich herangetreten." Insider berichten indes, Koch habe "mehr als ein halbes Jahr auf das Grundstück gedrängt". Als ein zweiter Interessent aufgetreten sei, der etwas mehr bot, habe Koch sein Angebot erhöht - unter der Voraussetzung, dass er die Seevilla endlich bekomme. Um das exklusive Grundstück überhaupt bekommen zu können, war ein Beschluss der KHBAG nötig, dass die Seevilla aus deren Gesamt-Immobilienportfolio herausgelöst werden darf.
Der Vertreter einer deutschen Investorengruppe, die am Gesamtportfolio der KHBAG interessiert ist und der anonym bleiben will, nennt eine Bewertung der Seevilla in den KHBAG-Unterlagen von "zwölf bis 13 Millionen €". "Noch im November hatte es geheißen, es sei nur das Gesamtpaket zu verkaufen", sagt der Investorenvertreter, der sich nun "schwer getäuscht" sieht.
Auch Anlegerschützer Wilhem Rasinger kritisiert den Deal als "unanständig" und "ohne Rechtsbewusstsein": "Herr Koch, der ja auch bei der umstrittenen Tilo Berlin-Investorengruppe dabei war, hat seinen dortigen Gewinn gleich nochmals lukrativ investiert", sagt Rasinger. "Ich bin nur froh, dass es bei der Hypo Alpe Adria keinen Börsegang gab - denn das wäre der Megaskandal schlechthin geworden."
Wirtschaftsblatt, 7.1.2010 | | | Autor: Wirtschaftsblatt Datum: 07.01.2010 | | |
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