IVA-Stellungnahme zum freiwilligen Übernahmeangebot phion

Barracuda Networks, Inc, Campbell/California, USA bietet 16,-- je phion-Aktie   
Ende der Annahmefrist  25.9.2009, 18.30

Ausgangssituation
Vor zwei Jahren wurde die auch für Wiener Verhältnisse geringe Anzahl der Aktien von 800.000 Stück an der Börse eingeführt. Der Ausgabekurs lag bei beachtlichen 42,--.

Das Unternehmen ist Spezialist für Enterprise-Sicherheitslösungen, Netzwerksicherheit und realisiert Firewall-Projekte. Die Produkte sind international konkurrenzfähig, aber für den wirtschaftlichen Erfolg ist eine Partnerschaft essentiell, da die liquiden Mittel (30.6.2009: 4,7 Mio. €) für die Durchsetzung einer internationalen Marktpräsenz bei einer stand-alone-Strategie wahrscheinlich nicht ausreichen.


Die Zusammenarbeit mit Barracuda bringt eine günstige Ergänzung in der Produktpalette und auf den Märkten.
in Mio. €      Umsatzerlöse 2008/09  11,8 (nach 7,8)          Jahresüberschuss 2008/09 -2,2 (nach - 1,3)
Das erste Quartal 2009/10 (1.4.-30.6.) im Vergleich zum Vorjahr (in Mio.€) : Umsatz 2,2 (nach 2,7), Jahresüberschuss -0,8 (nach -0,3) war durch die Krise stark betroffen. Inzwischen haben sich die Auftragseingänge wieder normalisiert.
2008/09:  Verlust  je Aktie 2,7 (nach  Verlust von  2,0), Buchwert je Aktie 16,0 (nach 17,9)
Weitere Informationen auf der Website der Übernahmekommssion  www.takeover.at und des Unternehmens www.phion.com


Argumente für die Annahme des Angebots
Der Durchschnittskurs der letzten drei (zwölf) Monate lag bei 6,71 (8,80), der Angebotspreis liegt mit mehr als 140 % (mehr als 80%) signifikant über dem Angebotspreis von 16,--
Der Buchwert je Aktie (30.6.2009) liegt bei 15,--, der Angebotspreis  somit  fast 7 % darüber.
Bei einer Stand-alone-Lösung ist kurzfristig mit weiteren Verlusten und mit deutlichen niedrigeren Kursen zu rechnen.
Nach einer erfolgreichen Übernahme ist ein Squeeze-Out wegen des geringen Streubesitzes (unter 200.000 Stück) wirtschaftlich sinnvoll und damit sehr wahrscheinlich. Es wird angesichts der ungünstigen Vergangenheitszahlen  mühsam und langwierig sein, einen signifikant höheren Abfindungspreis zu durchzusetzen.


Argumente gegen die Annahme des Angebots
Der aus heutiger Sicht zu hohe Emissionskurs von 42,-- stellt eine psychologische Barriere dar.
Langfristig interessante Produkt-/Leistungspalette

Der IVA empfiehlt, nachdem das Angebot nach Gesprächen mit Investoren, Analysten und dem IVA von 12,-- auf 16,-- angehoben wurde, es anzunehmen, weil die Pro-Argumente überwiegen und stärker ins Gewicht fallen.

 
Autor: IVA-Redaktion
Datum: 14.09.2009
 
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