|
Hektische Reaktionen
und nicht nachvollziehbare Vermutungen lösten die Informationen über die Fusion
eines Teiles der 70 Prozent-Mutter RZB mit der Raiffeisen International aus. Die
vorläufigen Zahlen für das Jahr 2009 waren besser als allgemein erwartet. Eine
Fusion bringt einen besseren Zugang zum Kapitalmarkt und eine Straffung
der Organisationsstruktur. Der Knackpunkt wird das Wertverhältnis zwischen den
Fusionspartnern sein. Die Aufgabe für die Bewertungsexperten ist mehr als
anspruchsvoll, da die zukünftige Entwicklung nur sehr schwer eingeschätzt werden
kann und unterschiedliche Szenarien möglich sind. Nach Vorliegen der Unterlagen,
die mindestens einen Monats vor der beschlussfassenden Hauptversammlung
zugänglich sein müssen, wird sich der IVA eine Meinung bilden. Sollte eine
Benachteiligung der RI-Aktionäre gegeben sein wird der IVA einen Antrag auf
gerichtliche Überprüfung einbringen. Nach einem Kursverfall von über 20 Prozent
können mutige Investoren vielleicht über einen Nachkauf
nachdenken.
Austrian
Airlines
Die im Dezember 2009
von der Lufthansa durchgedrückte Barabfindung von 0,50 je Aktie wird am
19.4.2010 überwiesen. Es wurden drei Anfechtungsklagen eingebracht, die die
Vorgangsweise beim Squeeze-Verfahren (aber nicht die Höhe der Abfindung
betreffen können) zum Gegenstand haben. Über die Höhe wird in einem eigenen
gerichtlichen Überprüfungsverfahren entschieden. Der IVA wird in den nächsten
Tagen einen entsprechenden Antrag einbringen. Es besteht noch bis Endle März die
Möglichkeit, die Ansprüche auf Barabfindung (früher AUA-Aktien) dem IVA zu
übertragen, und zwar für 0,50 Euro plus 90 Prozent einer etwaigen Nachbesserung.
Das Ergebnis eines Überprüfungsverfahrens, das wie Beispiele aus Deutschland
zeigen, auch erst in fünf bis zehn Jahre vorliegen kann, ist für alle ehemaligen
Aktionäre relevant.
Keine attraktive
Bereicherung für den Börseplatz Wien ist dieses Pharmaunternehmen aus dem
Burgenland, das von Dr. Werner Frantsits, auch bekannt als Vorsitzender des Bank
Burgenland-Aufsichtsrates, dominiert wird. Dividende ist ein Fremdwort, in den
letzten fünf Jahren sank das Eigenkapital von 59 Mio. auf 44 Mio., die
kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen von 10 Mio. auf 29 Mio., die liquiden
Mitteln sanken von 35 Mio. auf 10 Mio.. Die aktivierten Forschungsaufwendungen
sind im Jahresabschluss 2008/09 nach Ansicht des Abschlussprüfers statt mit 17
Mio. nur mit 15 Mio. gerechtfertigt. Die Verflechtungen zu nahestehenden
Personen und Unternehmen sind unübersichtlich. 2008/09 wurden von einem
nahestehenden Unternehmen um fast 12 Mio. (bei Gesamtinvestitionen von 16
Mio.) Einbauten in fremden Gebäuden übernommen. Vor zehn Jahren lag der Kurs
noch bei über 60, derzeit um 3.
Mit hohem
Werbeaufwand werden fünfjährige Anleihen mit einem überaus attraktiven Kupon von
7,5 Prozent bzw. 8 Prozent angepriesen. Ein Kapitalmarktprospekt wird nicht
aufgelegt, da die Mindestzeichnungssumme 50.000 beträgt. Die Zahlen des
Jahresabschlusses 2009 werden auf der Website nicht veröffentlicht. Der IVA
zweifelt, ob diese hohe Rendite erwirtschaftet werden kann und die Tilgung in
fünf Jahren gewährleistet ist. Die an der Wiener Börse notierenden
Immobiliengesellschaften sind davon weit entfernt. Dem derzeitigen Boom an
Vorsorgewohnungen stehen wir ebenfalls skeptisch gegenüber. Hohe
Renditeversprechungen sind nur allzu oft durch hohes Risiko
begründet.
Am 4.3.2010 haben
wir den IVA-Forderungskatalog für den Kapitalmarkt und für
Immobilieaktien der Öffentlichkeit präsentiert. Wir haben auch eine
Liste mit wichtigen Anlegeranwälten erstellt,die sich
beispielsweise mit den Mega-Causen Meinl, Constantia Privatbank/Immofinanz und
AvW intensiv beschäftigen. Diese Liste wird laufend ergänzt. Hinweise
und Unterlagen dazu finden Sie auf unserer Website www.iva.or.at.
IVA jetzt im XING-Netzwerk Der IVA ist jetzt auch bei XING - dem
Business-Netzwerk für Geschäftsleute mit 8 Millionen Mitgliedern in über 200
Ländern. Als XING-Mitglied können Sie der Gruppe Anlegerschutz
in Österreich beitreten und sich mit Experten und Privatanlegern
austauschen.
|