Christ-Übernahmeangebot
In der außerordentlichen Hauptversammlung von Anfang August 2009 wurde ein erster wesentlicher Schritt zur Sanierung gesetzt. Es liegt eine Übernahmegebot des kanadischen Konzerns GLV mit einem Preis von 3,35€ vor. Der Preis ist aus Sicht der Käufer nachvollziehbar berechnet und begründet. Die Annahmeschwelle liegt relativ hoch bei 75 %. Der IVA wird nur dann eine Annahme empfehlen, wenn eine spürbare strategische Prämie bezahlt wird. Nähere Informationen unter www.takeover.at Beachten Sie die Einreichungsfrist, die am 17.11.2009 endet.
AUA
Zur Erinnerung: Der IVA hat mit Nachdruck die Annahme des Übernahmeangebots der Lufthansa zu 4,49 empfohlen. Trotzdem haben viele treue Aktionäre aus verschiedenen Gründen (Unkenntnis, Abwesenheit, Fehleinschätzung) das Angebot nicht angenommen. Das jetzige Angebot von 0,50, das auf der Hauptversammlung am 16.12.2009 beschlossen wird, ist nicht nachvollziehbar und eine unnötige Strafaktion für säumige Anleger. Dadurch wurden kämpferische Aktionäre aus dem In- und Ausland unnötigerweise auf den Plan gerufen.
Der IVA wird einen Antrag auf gerichtliche Überprüfung der Angemessenheit nach dem HV-Beschluss einbringen. IVA hat auch Bedenken, ob die geplante Vorgangsweise rechtlich einwandfrei ist.
Laufende Überprüfungsverfahren
Bank Austria: weiter Verzögerungstaktik des UniCredit-Konzerns durch Bestrebungen, den Gerichtsstandort Wien zu verhindern. Mehr als eigenartig, dass eine Aktionärsgruppe bereits ein Akonto auf eine Nachbesserung erhalten hat und ein Sonderarrangement mit ausgewählten Aktionäre im Rahmen eines Schiedsverfahrens getroffen werden soll.
Böhler-Uddeholm: Papier wurde bereits in Hülle und Fülle produziert. Die derzeitigen Konjunkturlage, obwohl für die Bewertung nicht relevant, bringt für die Bemühungen um eine Nachzahlung einen starken Gegenwind. Zur Erinnerung: Übernahmepreis: 73,--, Abfindungspreis 70,26. Aus Gründen der wirtschaftlichen Vernunft sollte eine Einigung in der Nähe des Übernahmepreises gefunden werden.
VATech: Es gibt Anzeichen für die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Vernunftlösung, die noch bis Ende 2009 erreicht werden soll.
Constantia Packaging
Es wurde ein Pflichtangebot wegen bevorstehenden Kontrollwechsels angekündigt. Es ist zu rechnen, dass angesichts des geringen Streubesitzes (derzeit etwas über 9 Prozent) in weiterer Folge auch ein Gesellschafterausschluss überlegt wird.
Ottakringer
In einer mehrstündigen Hauptversammlung wurden die Argumente vorgebracht, warum aus der Sicht des IVA und anderer kompetenter Aktionäre die Verschmelzung mit Vöslauer zu einer Verwässerung führt. Der HV-Beschluss wurde aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht angefochten, aber es gibt Bemühungen einvernehmlich einen Ausgleich herbeizuführen. Gelingt dies nicht, ist nur nach der Überwindung der unangebracht hohen Schwelle für die gerichtliche Überprüfung durch ein Verfassungsgerichtsurteil eine gerichtliche Überprüfung möglich.
Ecobusiness/conwert
Der IVA sieht sich in seiner Kritik bestätigt, dass der 2007 erfolgte Erwerb der Ecomanangement GesmbH um 48 Mio.€ bei weitem nicht preisangemessen war: 2008 musste von conwert bereits 10 Mio€ davon abgeschrieben werden, für 2009 ist mit einer weiteren Abschreibung zu rechnen. Der Vorstandsvorsitzende der Ecobusiness, der b.a.w. nicht ersetzt werden soll, hat seinen Rückzug zum Jahresende angekündigt. Zur Erinnerung: Aus wirtschaftlichen Gründen (Hinaufsetzung des Streitwerts) hat der IVA seine Anfechtungsklage zurückziehen müssen. Es wurde ein Wirtschaftsprüfer mit einer gutachtlichen Stellungnahme zum Thema Managementvertrag beauftragt.
Grass Holding
Vor fünf Jahren wurde die Gesellschaft nach Verkauf der operativen Einheiten liquidiert. Infolge einer nachträgliche Nachbesserung des Verkaufspreises erhielten die damaligen Grass-Aktionäre eine Nachzahlung von 7 € je Aktie. Der IVA dankt allen - auch den Beratern - die an dieser fairen Vorgangsweise mitgewirkt haben.
RoyalDutch
Aktionäre, die Shell-Aktien im Zeitraum vom 8.4.1999 bis 18.3.2004 gekauft haben erhalten auf Basis eines Vergleichs an dem Euroshareholders und vor allem die holländische Anlegerschutzvereinigung unter dem früheren Präsidenten von Euroshareholders, Herrn Peter Paul de Vries, mitgewirkt hat, eine Ausgleiszahlung. Nähere Details dazu unter www.shellsettlement.com
Jella Benner-Heinacher vom DSW
wurde für zwei Jahre zur Präsidentin der Euroshareholders, der Dachorganisation von 30 europäischen Anlegerschutzvereinigungen, gewählt. Ihre Stellvertreter kommen aus den mitgliederstarken Ländern Holland und Schweden.
IVA-Analyse 2008: Aufsichtsrats- und Vorstandsbezüge
wurde im Oktober.Heft von Aufsichtsrat aktuell Nr. 5 veröffentlicht und ist auch demnächst auf unserer Website einsehbar. In Deutschland erhält der Aufsichtsratvorsitzende eines DAX-Unternehmens 222.000 €, in Österreich kostet der gesamte Aufsichtsrat eines Unternehmens des Prime Segments 174.000; im Schnitt erhält der Vorstandsvorsitzende 3,8 Mio €, das Vorstandsmitglied 2,1 Mio€, in Österreich erhält der gesamte Vorstand 2,7 Mio€ (Zahlen 2008, SdK-Vergütungsstudie)
Kommentare
Auf der IVA-Homepage finden Sie zahlreiche Medien-Kommentare zu interessanten Wirtschaftsthemen. Ausserdem den wöchentlichen Börsen-Kurier-Kommentar von IVA-Prädisent Dr. Wilhelm Rasingner. Und ganz aktuell: Ein kontroverses Rasinger-Interview zur Causa Meinl.
Buchtipps
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- Für das breite Publikum ist der Linde populär-Ratgeber Sicher anlegen (Was Sie wissen sollen, wenn Sie Geld investieren und was Sie tun müssen, wenn etwas schief läuft) von Angelika Ahrens/ORF, Peter Kolba/VKI, Wilhelm Rasinger/IVA mit Unterstützung namhafter Experten im Oktober herausgebracht worden.
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